Aktuelle Meldungen der Kliniken Erlabrunn

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Vorreiter in Sachsen - moderne Medizintechnik in der Kardiologie

27.02.2012 | Aktuelles

Frau Dr. med. B. Scholz, Ltd. Oberärztin für Kardiologie/Rhythmologie-Labor
Einer der ersten Patienten in Sachsen erhält einen MRT-fähigen Doppelkammer-ICD in Erlabrunn

Am Donnerstag, dem 1. März 2012 wird ein „MRT-fähiger Doppelkammer-Defibrillator“ bei einem Patienten eingesetzt - einer der ersten, welcher in Sachsen implantiert wird. Die Operation wird Frau Dr. Brit Scholz, die ltd. Oberärztin für Kardiolgie und des Rhythmologie-Labors der Kliniken Erlabrunn gGmbH ist, vornehmen.

Mit dem neuen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICDs) und den entsprechenden ICD-Elektroden können Ärzte und Patienten erstmals auf ein ICD-System zurückgreifen, das den Zugang zu modernen Magnetresonanztomographie-/MRT-Untersuchungen ermöglicht.

Innovationen:
  • Ermöglicht den ICD-/Defibrillator-Patienten - unter bestimmten Voraussetzungen - den Zugang zu modernen MRT-Diagnoseverfahren.
  • Verlängerte Lebensdauer - Patienten profitieren von den langen Betriebszeiten von 11 Jahren und mehr, die dazu beitragen, dass die Implantate seltener ausgetauscht werden müssen und sich damit die Lebensqualität der Patienten erhöht.
  • Biotronik-Home-Monitoring - das weltweit einzige Fernnachsorgesystem, das über TÜV-Zulassung zur Früherkennung klinisch relevanter Ereignisse verfügt.
  • ICI-Forschungs-Technologie - ermöglicht Messungen intrakardialer Impedanzen (ICI) zu diagnostischen Zwecken. Das eingesetzte Messprinzip analysiert innerhalb des Herzens Impedanzschwankungen. Die Messung wird über mehrere Herzzyklen durchgeführt, was eine Aussage über die Veränderung des Schlagvolumens ermöglicht.
Was bedeutet MRT?

MRT (Magnetresonanztomographie) ist ein bildgebendes diagnostisches Verfahren, das besonders vorteilhaft in der detaillierten Darstellung innerer Organe und Strukturen ist. Bislang waren Patienten mit implantierbaren Defibrillatoren von diesem Diagnoseverfahren ausgeschlossen. Die mit der MR-Tomographie verbundenen Radiowellen und starken Magnetfelder drohten die Funktionsfähigkeit des Implantates zu beeinträchtigen.

Warum benötigen Patienten eine MRT-Untersuchung?

MRT-Untersuchungen können den Ärzten die Diagnose von schweren gesundheitlichen Er-krankungen wie Tumore, Schlaganfällen sowie weiterer neurologischer und orthopädischer Leiden erleichtern. MR-Aufnahmen ermöglichen eine deutlich bessere Differenzierung zwischen unterschiedlichen Weichteilgeweben als andere bildgebende Verfahren, wie die Computertomographie (CT) oder konventionelle Röntgenaufnahmen. Hinzu kommt, dass die Patienten durch MRT – im Gegensatz zum Einsatz von Röntgengeräten oder CT – keinerlei ionisierender Strahlung und somit gesundheitlichen Risiken ausgesetzt werden.

Wie funktioniert das mit der „MRT-Fähigkeit“?

Die neue Technologie macht die MRT-Diagnostik - unter bestimmten Voraussetzungen - auch für Patienten mit Herzschrittmachern und ICD`s zugänglich. Wenn ein Patient einem MR-Scan unterzogen werden soll, ändert der behandelnde Arzt den Betriebsmodus des Implantats mit Hilfe des externen Programmiergerätes. Nach der Vornahme des Scans wird das Implantat wieder in den ursprünglichen Betriebsmodus zurückgesetzt.

Was ist ein ICD? Wozu werden diese Geräte eingesetzt?

Tachyarrhythmien, die einen gefährlich schnellen und oft auch unregelmäßigen Herzschlag bezeichnen, führen zu einer drastischen Verringerung des Blutflusses und können binnen weniger Minuten zum plötzlichen Herztod führen. ICD`s können bei entsprechend gefährdeten Patienten durch elektrische Impulse den Rhythmus des Herzens normalisieren. ICD`s haben sich bei vielen Patienten als eine zuverlässige und wirksame Strategie zur Verhinderung plötzlicher Herzstillstände erwiesen.

Welche klinischen Vorteile ergeben sich aus der Möglichkeit, Patienten mit einem ICD einer MR-Diagnose zu unterziehen?

Mit der Einführung der neuen Technologie (Lumax-740er ICD-Modellreihe von Biotronik, der weltweit ersten Firma) wird es erstmals möglich sein, Patienten mit einem ICD einem MR-Scan zu unterziehen. Diese können dann wie andere Patienten auch von den Vorteilen der innovativen MRT-Diagnoseverfahren profitieren. Diese Diagnosen sind aufgrund der besseren Bildgebung exakter als konventionelle Verfahren und setzen die Patienten keiner schädlichen Strahlung aus. Bisher konnten Patienten mit ICD`s nicht von den Vorteilen der MRT-Diagnosen profitieren, da die mit der MR-Tomographie verbundenen Kräfte die Funktionsfähigkeit der betreffenden Geräte und damit die Sicherheit der Patienten zu beeinträchtigen drohten.