Begehbares Darmmodell (2 x 1,5 x 8m)

Die begehbaren Darmmodelle informieren anschaulich zum anatomischen Aufbau des Organs. Auf den Längen verteilt, sind chronische Darmerkrankungen in verschiedenen Stadien, unterschiedliche Polypen, Adenome, Divertikel sowie Karzinome im Darmmodell, welche haptisch und visuell erlebbar sind. 

Wofür ein begehbares Darmmodell?

Auch in unserer aufgeklärten und aufgeschlossenen Gesellschaft ist heute das Thema Darmkrebs oft noch tabuisiert. Das begehbare Darmmodell ist ein zeitgemäßes Medium, um ein derartig sensibles Thema angemessen zu vermitteln. Optisches und haptisches Wahrnehmen erleichtern Betroffenen und Interessierten den Umgang, dem breiten Publikum werden mit Hilfe des begehbaren Darmmodells medizinische Vorgänge und Folgen deutlich gemacht.

Dargestellte Erkrankungen in den begehbaren Darmmodellen

Darmpolypen sind Schleimhautausstülpungen des Dickdarms. Meist verursachen diese keine Beschwerden. Gefährlich wird es allerdings, wenn die eigentlich gutartigen Schleimhautveränderungen entarten. Im begehbaren Darmmodell ist unter anderem die übermäßige Vermehrung gesunder Darmzellen dargestellt, daraus können kleine Schleimhautpolypen, Adenome, entstehen. Diese pilzähnlichen Vorwölbungen in den Darmraum sind zwar noch gutartig, werden aber bereits als potentielle Krebsvorstufen betrachtet. Die Entwicklung vom Polypen zum bösartigen Tumor kann Jahre dauern. Bei bösartigen Tumoren ist das Zellwachstum absolut unkontrolliert, Polypen mutieren nun zu bösartigem Krebs. Sie werden invasiv, sie wuchern über ihre gegebene Grenze hinaus. Wandschichten sowie angrenzendes Gewebe werden durch den Tumor beschädigt und zerstört. Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine dauerhafte Entzündung im gesamten Magen- und Darmbereich. Die auffälligsten Symptome sind schubartige Bauchkrämpfe, Durchfall, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Lustlosigkeit und Appetitlosigkeit.
Rund 300.000 Deutsche leiden an dieser chronischen Darmentzündung. Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung der Schleimhaut des Dickdarms, bei der sich Geschwüre in der Darmschleimhaut bilden können. Die Colitis ulcerosa beginnt am Ende des Darmes im Mastdarm (Rektum) und breitet sich kontinuierlich Richtung Magen aus. Es können also entweder nur das Rektum, Teile des Kolons oder der gesamte Dickdarm befallen sein. Die Colitis ulcerosa verläuft meist schubweise, das heißt die Darmschleimhaut ist phasenweise entzündet und erholt sich dann wieder. Bei Morbus Crohn ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, vier bis sieben mal höher als in der Normalbevölkerung. Bei Colitis ulcerosa ist dieses Risiko noch höher. Auch darum sind diese beiden chronischen Darmerkrankungen Teil der dargestellten Krankheitsbilder im begehbaren Darmmodell. Divertikel sind sehr dünne und kleine Ausstülpungen der Darmwand im Darmmodell, die sich nicht aktiv entleeren können wie der übrige Darm. Dadurch können sich Entzündungen ausbilden, indem Bakterien in die Darmwand eindringen. Diese Entzündungen (Diveritkulitis) kann immer wiederkehren.
Bilder und Textquelle: www.organmodelle.de